Eine Hommage an selbstgemachte Spätzle

[Ein Gastartikel von Martin, Botschafter des Schwabenländle] Es

gibt viele Dinge, die selbstgemacht einfach besser sind. Zumindest hat man die Befriedigung, etwas selbst geschaffen zu haben, und dass all die – manchmal mehr, manchmal weniger harte – Arbeit den Geschmack um Welten versüßt. Aber bei manchen Dingen ist es nicht nur ein
kulinarischer Placebo-Effekt, der einem zugutekommt, sondern ein Geschmackserlebnis, welches einfach nicht zu vergleichen ist.

Spätzle: aus dem Schwabenländle gekommen, um die Welt zu erobern.

Bei wenigen Dingen hatte ich solch eine Geschmackserleuchtung wie bei selbstgemachten Spätzle. Nachdem ich aus meinem wohlbehüteten schwäbischen Nest ausflog, musste ich jahrelang mit Fertigspätzle vorlieb nehmen, von denen selbst die besten häufig entweder zu matschig, zu hart oder eine äußerst kuriose Mischung aus beidem waren. Kurzum, meine Schwabenseele war von tiefer Traurigkeit erfasst. Seitdem
ich allerdings mit Dear zusammen bin, beschenkt meine Mutter mich zu allen möglichen Gelegenheiten mit nützlichen bis kuriosen Küchenutensilien. Die Spätzlepresse hat sich vom ersten Augenblick an als das nützlichste von allen Gadgets, die ich bisher bekam, erwiesen – und das sind bisher nicht gerade wenig.

Zum Glück entpuppte ich mich der Spätzlepresse als würdig und fähig aus Rohzutaten nicht nur passable, sondern regelrecht vorzeigbare und köstliche Spätzle hevorzubringen, was dafür spricht, dass es sich dabei nicht etwa um eine seltene Begabung handelt, sondern um etwas, das jedermann leicht nachmachen kann. Es gibt also wirklich keine Entschuldigung dafür, das nächste Mal Spätzle nicht selbst zu machen. Nein, nicht einmal Faulheit zählt. Die Zutaten hat man gewöhnlich immer im Haus. Die Herstellung des Teigs erfordert desweiteren keine Finesse, sondern lediglich ein wenig Muskelschmalz, wenn ihr keine geeignete Küchenmaschine habt.

Zutaten für ca. 4 Portionen:

  • 400g Mehl
  • 100g Hartweizengries
  • 3 Eier
  • 1 EL Salz
  • ca. 250 ml Wasser

 

Zubereitung:

 

Mehl und Gries werden miteinander gesiebt und mit dem Salz gut vermischt,
damit sich später keine Klumpen bilden. In eine kleine Mulde in der Mitte schlagt ihr die Eier und gebt das Wasser hinzu, bevor ihr das Ganze dann kräftig verührt. Das geht übrigens deutlich einfacher, wenn ihr einen Rührlöffel mit einem Loch in der Mitte verwendet. Je nachdem wie euer nächster Schritt aussieht, müsst ihr eventuell noch ein wenig mehr Wasser hinzugeben. Gehört ihr zu den glücklichen Außerwählten, die im Besitz einer Spätzlepresse sind, so darf der Teig gerne etwas fester sein, habt ihr einen Spätzle Schaber, so geht es meist besser, wenn der
Teig ein klein wenig flüssiger ist.

Nachdem ihr den Teig zu einer homogenen Masse verarbeitet habt, lasst ihr in abgedeckt für etwa eine halbe Stunde ruhen. Wenn der Teig soweit bereit ist, bringt in einem großen Topf Wasser zum Kochen und haltet außerdem einen Becher mit kaltem Wasser bereit. Das Spätzlewasser sollte nie zu sehr kochen, weshalb ihr gelegentlich einen Schuss kaltes Wasser hinzugeben solltet.

Wenn das Wasser heiß genug ist – irgendwo zwischen Sieden und Aufkochen – fangt an eure erste Portion Spätzle durch euer Handwerkszeug der Wahl ins Wasser zu befördern. Wir haben in diesem Fall unsere vertraute Spätzlepresse genommen. Wartet bis die Spätzle an die Oberfläche steigen und lasst sie einen kurzen Moment dort schwimmen, dann schöpft sie ab und lasst sie in einem Nudelsieb abtropfen. Wiederholt diesen Vorgang, bis sich kein Teig mehr in der Schüssel und köstlich dampfende Spätzle im Sieb befinden. Zu guter Letzt schütte ich gerne noch das heiße Spätzlewasser über die bereits fertigen Spätzle im Sieb, um sie noch einmal aufzuheizen.

Anstatt der Mehl/Gries Mischung könnt ihr theoretisch auch Spätzlemehl verwenden, was an sich haargenau das ist: eine Mischung aus Mehl und Gries. Dazu passt nun so wirklich alles. Spätzle sind eine wunderbare Grundlage für alle möglichen Gerichte. Ich mag sie als Kässpätzle (Rezept folgt demnächst) am liebsten. Aber auch als Beilage zu den verschiedensten Eintöpfen oder Soßen (wie zB. Haschee) machen sie eine gute Figur. Sie saugen jede Art von Soße gierig auf und werden dadurch nur umso vorzüglicher. Wahrlich, die Majestät unter den Nudeln.

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