Buchrezension: asia street food von Heike und Stefan Leistner

Dear

Foodie. Social Media-Addict. Immer hungrig und stets auf der Suche nach gutem Essen und kleinen Abenteuern.
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Asiatische Kochbücher gibt es massenweise. Die meisten davon versprechen authentische Rezepte und spielen mit der Unwissenheit der Touristen und ihrer Sehnsucht nach vergangenen Urlaubstagen. Das asia street food von Heike und Stefan Leistner ist erfrischend anders. Es ist mehr als eine Ansammlung pseudo-authentischer Rezepte. Es ist eine Einladung, mit den Autoren auf eine kulinarische Reise durch fünf südostasiatische Länder zu gehen: Vietnam, Kambodscha, Laos, Thailand und Myanmar.

asia street food: Eine Reise für alle Sinne

Auf 221 Seiten werden 70 Rezepte vorgestellt. Allein an diesen Zahlen merkt man schon, dass dieses Buch viel mehr umfasst, als nur ein paar Zutatenlisten und Zubereitungsbeschreibungen. Die Autoren nehmen sich Zeit, das Land und seine kulinarischen Besonderheiten vorzustellen und es dem Leser informativ und unterhaltend zugleich näher zu bringen. Das Buch ist so farbenfroh wie Südostasien selbst und spart ganz und gar nicht mit Fotos, sowohl von den Gerichten, aber auch von Land und Leuten. Über 500 Fotos machen Lust auf die Ferne. Beim Durchblättern hört man das geschäftige Treiben auf den Straßen, atmet die Düfte der Gewürze ein und schmeckt die komplexen Aromen. Wer aber glaubt, dass hier nur Fotos aneinander gereiht wurden, hat weit gefehlt. Jedes der fünf Länder wird mit einem Text über die Landesküche eingeleitet. Zwischendrin werden Gewürze und Zutaten, die eine große Bedeutung für die Landesküche haben, ausführlich beschrieben. Auch werden besondere kulinarische Orte, wie zum Beispiel der Nachtmarkt in Chiang Mai, vorgestellt.

asia street food

Normalerweise blättere ich Kochbücher nur durch, bewundere die Fotos und lasse mich inspirieren. Erst wenn ich wirklich etwas nachkochen möchte, lese ich mir das Rezept durch. Dieses Kochbuch hat mich jedoch direkt gefesselt. Am meisten hat mich natürlich das Kapitel über Thailand interessiert. Ich bin, obschon ich gebürtige Thailänderin bin, keine Expertin für die thailändische Küche, da ich hier aufgewachsen bin und meine Mutter erst zu mener Abiturzeit lernte, wie man eigentlich ein thailändisches Omelette macht. Daher habe ich vieles, was in dem Buch beschrieben wird, neu dazu gelernt, aber ebenso vieles aus meinen Familienbesuchen in Thailand wieder erkannt. Ich erzähle zum Beispiel jedem meiner Freunde, dass Thailänder für gewöhnlich keine Stäbchen benutzen, es sei denn sie essen chinesische Nudelsuppen. Dies ist für mich auch ein bisschen die Ausrede dafür, dass ich mit Stäbchen sehr unbeholfen umgehe. Genau dies wird in dem Buch, natürlich untermauert durch Information zum Hintergrund, ebenfalls gesagt und spätestens da wusste ich: In diesem Buch steckt wirklich Authentizität.

Unter den Rezepten finden sich viele bekannte und beliebte Gerichte, aber auch so einiges, was im asiatischen Restaurant hierzulande auf der Speisekarte nicht vorzufinden ist. Zwischen den Buchdeckeln steckt viel, doch es wird noch mehr geboten. Rezepte zum Selbermachen einzelner Bestandteile der Zutatenliste, wie beispielsweise Currypaste oder eingelegte Knoblauchzehen, befinden sich auf der Webseite und lassen sich bequem über QR-Codes abrufen. Außerdem geben die Autoren viele Tipps dazu, wie die Gerichte in den jeweiligen Ländern serviert werden oder wie man exotische Zutaten ersetzen kann.

asia street food Leistner

Das Buch ist eine Hommage an die südostasiatische Küche, eine Einladung auf die Reise zu gehen und den Blick auch auf die Nachbarländer des eigenen Lieblingslandes zu werfen und zugleich Medizin gegen Fernweh. Es gibt keinen besseren Weg diese Länder, zumindest für Thailand kann ich das voll und ganz bejahen, kennen zu lernen, als über ihre Esskultur. Street Food hat dort eine ganz andere Bedeutung im Alltag der Menschen als es der Street Food Trend im europäischen Raum derzeit hat. Es ist ein Ort, an dem alles zusammen kommt. Menschen aller Schichten und Altersklassen, Geschmäcker, Gerüche und das ganze pulsierende Leben.

Ich könnte ewig weiter schwärmen, aber im Grunde habt ihr zwei Möglichkeiten: Rennt ins Reisebüro, bucht eine Reise in eines der Länder (ich empfehle natürlich Thailand) ODER kauft euch dieses Buch.

Es sieht übrigens auch durch den Prägedruck des Titels in gold richtig edel aus und fühlt sich toll an, was darüber hinweg tröstet, dass es das Buch leider nicht als Hardcover gibt.
Es kostet 24,99 Euro, was für die Fülle an Fotos, Rezepten und Informationen ein äußerst fairer Preis ist.

Neben der umfangreichen Webseite asiastreetfood.com mit vielen weiteren Rezepten und Informationen, findet ihr asia street food auch auf facebook.

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Ich habe ein kostenloses Rezensionsexemplar, sowie ein Exemplar für meine Adventsverlosung, bekommen. Vielen Dank dafür! Dieser Artikel gibt dennoch meine ehrliche Meinung wieder.

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