5 Fakten über die thailändische Esskultur.

5 Fakten über die thailändische Esskultur | www.dearlicious.com

Thailand. Es ist das eine Land, das in mir sowohl Fern- wie auch Heimweh auslöst. Ich habe dort meine frühe Kindheit verbracht, habe Ameiseneier und Fischaugen gegessen. Ja, hab ich wirklich. Und ja, offensichtlich war ich als Kind wagemutiger als ich es heute bin. Thailand ist für mich alte Heimat, es ist immer ein kalkuliertes Abenteuer, eine vertraute Ferne, ein komfortables Reisen.

Wenn ich bestimmte Gesichter meiner Familie sehe, weiß ich, dass ich „Zuhause“ angekommen bin. Einen ähnlich starken Effekt haben aber auch bestimmte Gerichte bei mir. Wenn ich sie sehe, rieche und schmecke, habe ich das Gefühl, wieder Kind zu sein. Was mir als Kind jedoch so gar nicht bewusst war und mir eigentlich erst jetzt so nach und nach dämmert: An den reichlich gedeckten thailändischen Tischen kann man schon einmal in das ein oder andere Fettnäpfchen treten. Passiert. Das kann euch eigentlich egal sein, denn Touristen sieht man eh alles nach. Aber ungeachtet dessen ist es ja immer spannend, sich mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen. Und ich bin der Meinung, das geht am besten über die Esskultur. Daher habe ich euch 5 Fakten über die thailändische Esskultur gesammelt. Schreibt mir gern mal in die Kommentare, was ihr in euren Urlauben an den Tischen beobachtet habt.

#1 Thailändische Esskultur: Sharing is caring.

Den ersten Fakt kennt und liebt ihr sicher: Es wird geteilt. Alles mit jedem. Es kommen viele unterschiedliche Gerichte in die Tischmitte und jeder isst, worauf er Lust hat. Die Trennung zwischen meinem Teller und deinem Teller gibt es nicht. Auch die Frage „Was bestellst du?“ erübrigt sich, denn man sucht entweder zusammen ein paar Gerichte aus oder eine Person übernimmt die Bestellung und achtet auf ein vielfältiges Menü. First come, first serve. Das gilt hier nicht. Wenn das Essen da ist, wird geteilt und man kümmert sich um die anderen. Man ist nicht nur auf seinen eigenen Teller fixiert, sondern schaut, was die anderen wollen und brauchen, reicht ihnen oder lädt auch schon einmal ungefragt Leckereien auf deren Tellern ab. Das führt direkt zu Punkt zwei.

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#2 Thailändische Esskultur: Hierarchie am Tisch.

Die thailändische Esskultur ist hierarchisch. Kein Witz. Und das ist eine Tatsache, die mir erst in den letzten Jahren klar wurde. Man kümmert sich mit höchster Priorität um die ältesten oder wichtigsten Tischgäste – meistens ist der älteste Gast auch der wichtigste. Das bedeutet: Man kümmert sich darum, dass die Person als erstes von allen Gerichten etwas auf dem Teller hat. Man muss auch nicht fragen, ob die Person dies oder jenes möchte. Sie möchte. Und wenn nicht, lässt sie es liegen oder kümmert sich selbst darum, dass es bei jemand anderes landet. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass die Person von allem das Beste abbekommt. Das beste Stück Fleisch, besonders viele Garnelen oder was auch immer das Highlight des jeweiligen Gerichts ist. Und erst danach kümmert man sich um die anderen. Das Gute daran ist, dass man sich derweil ja auch um dich kümmert. Du verhungerst also nicht! Ihr wollt nicht wissen, wie oft ich mich schon unbeliebt gemacht habe, weil ich so lange gebraucht habe, um mich an diese Sitte in dieser Reihenfolge zu gewöhnen.

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#3 Thailändische Esskultur: Weniger ist mehr.

Wenn ich in Thailand bin und snappe, was ich über den Tag verteilt esse, kommt das manchen wahnsinnig viel vor. Und es ist auch viel. Viele Kleinigkeiten. Portionen wie man sie hier in Deutschland beim Asiaten bekommt, würden in Thailand nur für empörtes Kopfschütteln sorgen. Und dann ist das auch noch eine Portion für eine Person. In Thailand unvorstellbar. Dort kommen viele Gerichte auf den Tisch, doch die einzelnen Portionen sind so bemessen, dass jeder nur ein, zwei Happen von dem Gericht bekommt. Das hat mich schon so einige Male traurig gemacht, weil mir etwas so gut schmeckte und dann war es einfach weg. Aber das Gute ist definitiv, dass man so viel mehr Unterschiedliches essen und probieren kann. Das ist schon ziemlich cool.

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#4 Thailändische Esskultur: Den ganzen Tag herzhaft.

Ob zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen: In Thailand wird zu jeder Tages- und Nachtzeit herzhaft und warm gegessen. Morgens isst man gerne Nudel- oder Reissuppen (das sind dann übrigens Tellergerichte, die nicht zum Teilen in die Mitte kommen). Aber ich habe ehrlich gesagt schon jedes Gericht zu jeder Tageszeit gesehen. Und wenn ihr glaubt, dass man dafür umso mehr Obst zwischendurch snackt … naja, ich sag nur: gegrillte Würstchen, Chicken Wings, karamellisiertes Beef Jerky, Wachteleier, Frühlingsrollen … Aber Obst gibt es natürlich auch. Bevorzugt mit scharf-salzigem Dip. Achtet mal drauf: Wenn ihr in Thailand Mangos kauft, ist meistens eine Salz-Chili-Mischung mit dabei. Ich mag’s!

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#5 Thailändische Esskultur: Keine Stäbchen.

Nein, entgegen allem, was ich mir ständig anhören muss, Thailänder essen weder bevorzugt mit den Fingern noch mit den Stäbchen. Das Hauptwerkzeug ist der Löffel. Meistens wird noch eine Gabel zur Hilfe genommen, aber die wird wirklich nur unterstützend eingesetzt. Messer findet man an thailändischen Tischen gar nicht. Alle Gerichte kommen mundgerecht an. Stäbchen verwendet man in Thailand eigentlich nur für Gerichte, die aus Teilen Asiens kommen, in denen eben mit Stäbchen gegessen werden. Viele Nudelsuppen beispielsweise haben ihren Ursprung in China – die isst man dann mit Stäbchen und Löffel.

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So, ich hoffe, meine 5 Fakten waren interessant und vielleicht teilweise auch neu für euch. Wenn euch das interessiert, sammel ich gerne weiter und mache noch einmal einen ähnlichen Artikel. Es gibt nämlich noch unzählige Unterschiede zur deutschen Esskultur.

Wenn ihr jetzt Lust habt, thailändisch zu kochen, schaut euch mal meine Rezepte an.

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