Stockholm: Kanelbullar und Köttbullar

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Stockholm war eisigkalt, aber landschaftlich auch wirklich wunderschön. Aber dazu später mehr. Kommen wir erst einmal zum Essen. Ich wurde im Vorfeld bereits vorgewarnt, dass die Schweden kulinarisch doch nicht ganz topfit seien. Ich habe es nicht geglaubt. Mein Motto war: Wer suchet, der findet. Und so begab ich mich in Stockholm auf die Suche. Nach Kanelbullar, Köttbullar und frischem Fisch. Die Zimtschnecken fand ich schnell. Sie waren überall und überall duftete es nach Zimt. Köttbullar waren auch einfach. Obschon die Schlange im Restaurant der Wahl übertrieben lang war. Es sind doch nur Fleischbällchen! Und Fisch – nun ja, das habe ich mir in Schweden wesentlich einfacher vorgestellt.

Aber alles der Reihe nach.

Frühstück in Stockholm: Kanelbullar im Café Schweizer

Irgendwo Nahrung aufnehmen. Egal wo. Das liegt mir nicht. Ich will besonders im Urlaub auf Nichts verzichten. Ich will das leckerste Frühstück in einer süßen Location. Martin hatte da etwas Schönes rausgesucht – doch das Café hatte geschlossen. Und irgendwie haben wir dann gesucht und gesucht und gesucht. Martin fand dann über eine intensive Internetrecherche das Café Schweizer, was laut Bewertungen gut sein sollte. Ich war da sehr anti eingestellt. Allein der Name klang mir schon zu 08-15. Garantiert so eine Touristenabsteige. Aber mittlerweile war der Hunger zu groß. Also los. Es war rappelvoll, lebendig, wuselig und die Theke war gefüllt mit lauter spektakulären Kuchen, Quiches und Sandwiches. Ich war wirklich positiv überrascht. Und Kanelbullar gab es auch. Das nahm ich und eine heiße Schokolade, denn es war draußen wirklich bitterlich kalt. Die heiße Schoki kam in einer Schüssel und mit einem Marshmallow (siehe Instagram). Das war zwar ein beschwerlicher, aber guter Start in den kulinarischen Trip. Preis für eine Zimtschnecke, ein Sandwich mit Salat und 2 x heiße Schokolade: 20 Euro.

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Frühstück im Café Schweizer, Stockholm, Gamla Stan

Mittagessen in Stockholm: Fisch im Sturehof

Fisch ist für mich der Urlaubsgeschmack schlechthin. Womöglich weil ich mit Urlaub auch immer Meer assoziiere und dort gibt es bekanntlich frischen Fisch. Vielleicht habe ich mich doof angestellt, aber es war nicht einfach. Wir sind im Sturehof, einem Fischrestaurant in der Innenstadt, gelandet. Da fiel mir zum ersten Mal auf, dass das Personal recht ungeduldig ist. Nun gut, ich hatte Fisch (leider erinnere ich mich nicht mehr an die Sorte) auf karamellisiertem Sellerie mit Pilzen und gerösteten Brotkrumen. Es war lecker, aber nicht umwerfend. Und es hat 30 Euro gekostet und dafür war es doch ein bisschen zu salzig.

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Fisch im Sturehof, Stockholm

Abendessen in Stockholm: Köttbullar im Meatballs for the people

Ikea sei dank verbinden wir Schweden mit Köttbullar. Für hungrige Touristen gibt es die Fleischbällchen also überall. Aber wir wollten ja nicht irgendwelche essen. Wenn schon, dann die Besten und die sollte es angeblich im Hipster-Stadtteil Södermalm geben. Hungrig waren wir noch nicht, aber wir wollten es uns gern anschauen. Vollkommen naiv sind wir dorthin geschlendert … die Schlange ging bis auf die Straße. Und das war der Zeitpunkt, an dem mir klar wurde: Ich will diese Köttbullar jetzt essen. Wir stellten uns an und es ging unerwartet fix. Hier kann man zwischen vier Gerichten mit Köttbullar wählen und wählt dann zusätzlich die Fleischsorte. Alles bio und regional und so. Es hat echt gut geschmeckt, die Qualität war gut – aber seien wir mal ehrlich: Es sind einfach nur Fleischbällchen. Hipster-Fleischbällchen. Aber schon allein der Atmosphäre wegen lohnt sich ein Besuch. Man hat hier das Gefühl, für das heißbegehrteste Produkt Schwedens anzustehen.

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Köttbullar im Hipster-Bistro: Meatballs for the people

Mein Fazit: Man findet tatsächlich immer etwas Leckeres, wenn man sucht. Auch in Stockholm. Aber die Preise sind ordentlich. Zwar bekommt man immer ungefragt Leitungswasser hingestellt, aber die Bestellung weiterer Getränke scheint dann doch erwartet zu werden. Mit wenig Hunger lässt sich Stockholm auf jeden Fall günstiger erkunden: Wir waren im Skansen, einem riesigen Freilichtmuseum, im Vasa Museum, wo ein riesiges, untergegangenes Schiff ausgestellt wird, in der Altstadt Gamla Stan, im Schloss … Aber das allerbeste war unsere Unterkunft, die zwanzig Minuten von der Innenstadt entfernt in Nacka in einem Naturreservat gelegen war. Vom Bett aus haben wir auf das Meer schauen können und ringsherum waren nur zwei weitere Häuser und ansonsten atemberaubende Felslandschaft.

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Wir waren über ein langes Wochenende in Stockholm und ich habe über alle Tage versucht, es mir kulinarisch gut gehen zu lassen und es fiel mir an keinem anderen Urlaubsort je so schwer. Aber hier sind noch ein paar Empfehlungen:

Stockholm: Boqueria

Sonntags scheinen viele Restaurants geschlossen zu haben, was mir überhaupt nicht einleuchtet. Wir haben per Zufall eine kleine Mall „MOOD“ entdeckt, in der das Restaurant Boqueria zu finden war. Weil es so hübsch und stylish war und noch dazu geöffnet hatte, sind wir reinspaziert. Es sollte eines der vielen Restaurants sein, die auf ihrer Karte nur Tapas haben. Empfohlen wurden: 4-5 Gerichte pro Person zu ca. 10 Euro. Also könnt ihr euch ausrechnen, wie viel ein Besuch kostet. Entweder sind Tapas Teil der schwedischen Esskultur oder es ist gerade ein Trend, denn wir sind in mehreren solcher Lokalitäten gelandet. Die Idee mögen wir an sich auch sehr gern. Wir haben aber gespart und „nur“ 4 Gerichte insgesamt bestellt. Es hat uns aber auch gereicht und wir waren satt nach Egg Benedict, Tomatensalat, Mini-Hotdog und karamellisiertem Schweinefleisch. Das waren alles Mini-Portionen, die aber wirklich gut geschmeckt haben. Kann man ruhig mal machen, wenn man keinen allzu großen Hunger hat.

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Stockholm: Riesiger Kanelbullar im Café Saturnus

Das Café Saturnus mutet auch sehr hipsterlich an. Es gibt Matcha Latte und riesige Zimtschnecken in zwei Variationen. Einmal klassisch und einmal mit … „Weihnachtsgewürzen“? Also Nelken und so. Wir haben den Fehler gemacht und letzteres bestellt. War irgendwie etwas gewöhnungsbedürftig. Und eine Zimtschnecke ist so groß wie mein Kopf. Ideal zum Teilen und Mitnehmen.

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Wesentlich einfacher und günstiger getaltete sich unser Berlin Food-Trip, den ich ebenfalls hier im Blog festgehalten habe. Und Rhodos. Ohhhh, Rhodos war ein Traum.

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