Banyan: Thai-Restaurant in Wiesbaden

Banyan: Thai-Restaurant in Wiesbaden | www.dearliciouss.com

Das Thai-Restaurant Banyan in Wiesbaden ist für mich eine wirkliche Offenbarung. Ihr kennt mich. Ihr wisst, dass ich thailändisches Essen liebe. Das ist neben meiner Familie so ziemlich der einzige große Punkt, der mich mit meinem Geburtsland verbindet. Oft überkommen mich Gelüste nach den Geschmacksexplosionen, die thailändisches Essen immer mit sich bringt. Ich habe schon so einige Thai-Restaurants getestet, war aber meistens enttäuscht oder sogar wütend. Letzteres werde ich in einem späteren Abschnitt noch etwas genauer erklären.

Kommen wir aber lieber erst einmal zu den schönen Dingen des Lebens! Nach 22 Jahren, die ich nun bereits in Deutschland lebe, habe ich ein thailändisches Restaurant gefunden, das mir gefällt. Ich habe es selbst nicht mehr geglaubt. Ich war innerhalb einer Woche nun zwei Mal dort und würde am liebsten direkt wieder hingehen. Das Banyan in Wiesbaden überzeugt mich in fast allen Punkten.

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Es ist hübsch und stilvoll, natürlich mit einem großen Hauch von Thailand, eingerichtet. Vor der Tür ist genau ein Tisch mit zwei Stühlen. Es ist die schönste Raucherecke, die ich je gesehen habe. Sogar als Nichtraucher würde ich es mir dort bei schönem Wetter gern gemütlich machen. Innen ist es etwas dunkel, was aus irgendeinem Grund aber typisch für thailändische Restaurants ist. Die Abwesenheit eines total überflüssigen Aquariums oder Bilder des Königs sind klare Pluspunkte. Nichts gegen den König, aber es gibt wirklich schönere Wandbilder.

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Banyan lässt mein Herz Purzelbäume schlagen

Lasst uns über das Wichtigste reden. Das Essen. Die Karte ist sehr umfangreich, für mich fast schon zu sehr. Aber dafür habe ich neben den üblichen Curry- und Süß-Sauer-Gerichten wahre Schätze gefunden. Nahezu alles, was es auch in gängigen Restaurants in Thailand gibt, ist auf der Banyan-Karte vorzufinden. Mein Herz machte beim ersten Besuch Purzelbäume, denn ich hatte Klebreis mit Papayasalat und Chicken Wings entdeckt. Und nein, mit Klebreis ist nicht der gewöhnliche Jasminreis gemeint! Klebreis ist Klebreis und ein echtes Comfortfood in Thailand. Perfekt für unterwegs, zum Frühstück oder wann immer man einfach gut und günstig glücklich und satt werden möchte. Leider habe ich es versäumt, beim ersten Besuch eine Kamera mitzunehmen. Aber genug zur Klebreis-Exkursion. Die Auswahl der Gerichte lässt keine Wünsche offen und die Ausführung ist wirklich sehr lecker und die Portionen riesig. Nicht einmal ich Nimmersatt schaffe es, Vor- und Hauptspeise aufzuessen. Geschmacklich kommen die Gerichte nah an das heran, was ich aus Thailand kenne. Ich messe übrigens  schon länger niemandes Kochkünste mehr mit den Kochkünsten meiner Oma – das macht mich zu einem zufriedeneren Menschen.

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Hühnchen-Garnelen-Nuggets mit Erdnuss-Chili-Soße. Bei meiner Oma gibt es die mit Mayonaise, frittierte Kaffir Limettenblätter und frischen Limettenscheiben. Ich mag beide Varianten.

Beim zweiten Besuch hatte ich einen ungesunden Heißhunger auf Frittiertes. Das frittiert nicht gleich frittiert ist, hat das Banyan gut bewiesen. Mein frittiertes Gemüse und die Chicken-Garnelen-Nuggets haben alles andere als nach abgestandenem Asia-Buffet geschmeckt. Das es nicht sonderlich klug ist, so etwas zur Vorspeise zu essen, hat mir die liebe Kellnerin auch humorvoll mitgeteilt, als ich sie bat, die Reste meines Hauptgerichts einzupacken.

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Frittiertes Gemüse im Tempurateig.

Die Hauptgerichte, die wir hatten, haben nach Thailand geschmeckt. Das Rindfleisch-Krapau (gebratenes Rindfleisch mit Thai-Basilikum) war richtig scharf, nicht zu soßig und ohne Brokkoli, Zwiebeln und anderen Schnickschnack. So wie in Thailand. Das Enten-Palo hat ebenfalls super geschmeckt, war nur etwas ungewöhnlich reich an Ente. Diese war aber außen knusprig und innen saftig. Die Preise auf der Mittagskarte sind gemessen an Portion und Geschmack sehr gut. Abends muss man doch etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Mittagskarte ist allerdings bis 17 Uhr gültig.

 

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Pad Krapau: Rindfleisch mit Thai-Basilikum.
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Ente mit Gemüse und Palo-Soße.

Zu allerletzt zur Bedienung: Ich habe eingangs erwähnt, dass ich manchmal wütend aus einem Thai-Restaurant rausgehe. Zuletzt ist mir das in Mainz passiert. Aus irgendeinem Grund hegt das Personal oft eine Antipathie mir gegenüber. Ich weiß nicht woran das liegt. Womöglich widerstrebt es ihnen, eine andere Thailänderin zu bedienen. Es kam vor, dass mir weder ein „hallo“ noch „bitte“ oder „danke“ entgegengebracht wurde. Kein Lächeln, keine Nachfrage, ob alles in Ordnung war. Da in besagtem Lokal das Essen auch maßlos versalzen war, gab ich kein Trinkgeld. Die Dame nahm das Geld, ohne mich anzuschauen, drehte sich um und ging. Kein Wort der höflichen Verabschiedung. Ich war ein zahlender Gast und unabhängig meines begründeten Verzichts auf Trinkgeld, hätte mir zumindest ein „danke“ oder auch ganz salopp ein „tschüß“ zugestanden.

Im Banyan war es zum ersten Mal wirklich anders. Alle waren unfassbar freundlich, aber nicht aufdringlich. Ich wurde auch nicht gefragt, ob ich Thailänderin sei, was sonst immer der Fall ist. Das hat mich positiv überrascht und ich fing irgendwann von selbst an, auf thailändisch zu reden. Beim zweiten Besuch, als nicht allzu viel los war, kam ich dann sowohl mit der Bedienung wie auch dem Chef ins Gespräch und sie empfahlen mir sogar andere Thai-Restaurants, was ich sehr sympathisch fand. Ich habe übrigens auch beobachtet, wie sie mit nicht-thailändischen Gästen umgegangen sind und habe gar keinen Unterschied gemerkt. Sie waren zu allen gleich höflich und zuvorkommend. Ich mag diese Professionalität.

Fazit: Ich würde dort einziehen, wenn ich dürfte. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, wurde freundlich, aber unaufdringlich behandelt und es hat mir sehr gut geschmeckt.

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Ihr steht mehr auf indisch und vegetarisch? Dann auf ins Dhyān in Mainz.

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9 Kommentare

  1. toll geschrieben, finde Banyan auch super!! Andreas

    1. Hehe ja, ein Geheimtipp ist es nicht. Aber es gefiel mir sooo gut, dass ich es unbedingt loswerden musste. 🙂
      Danke dir, Andreas!
      Grüße aus Mainz,
      Dear

  2. germangreeneyedmonster says: Antworten

    habe bisher nur gutes bis sehr gutes ueber Banyan gelesen aber als ich dort war, hat es mir leider nicht so zugesagt. Geschmeckt hat es mir zwar und auch an Service und Ambiente war nichts auszusetzen aber komischerweise hatte ich nach dem Essen direkt mit Uebelkeit und generellem Unwohlsein zu kaempfen was bei mir auf Glutamat hinweisst auch wenn in der Karte ja ausdruecklich steht, dass keins verwendet wird. Wuerde dem Laden gerne nochmal eine Chance geben aber fuerchte mich auch gleichzeitig etwas davor :-/

    1. Ohjeh, schlecht sollte es einem nach einem Restaurantbesuch natürlich auf gar keinen Fall gehen! Ich habe auf den Glutamat-Aspekt leider gar nicht geachtet, da ich die Verwendung davon aus der thailändischen Küche kenne un in Maßen auch in Ordnnung finde.
      Wenn du dem Banyan noch eine Chance gibst, würde ich an deiner Stelle den Chef einfach mal ganz höflich und direkt VOR der Bestellung danach fragen. Wenn in der Karte steht, dass sie kein Glutamat verwenden, dann sollte das natürlich auch genauso stattfinden.
      Könntest du eventuell auch etwas anderes nicht vertragen haben? Ich habe eine Freundin, die zum Beispiel keine Kokosmilch verträgt. Und in der thailändischen Küche wird ja viel mit Zutaten und Gewürzen gearbeitet, an die der europäische Magen eventuell nicht so gewöhnt ist. Solltest du noch einmal hingehen, erzähle mir doch gern mal, wie es war! Das interessiert mich nun. 🙂
      Liebsten Dank für das Teilen deiner Erfahrung und viele Grüße aus Mainz,
      Dear

  3. germangreeneyedmonster says: Antworten

    bin an sich riesiger Fan der thailaendischen Kueche (oder eben dessen was man in Deutschland so darunter versteht) und vertrage an sich auch alles absolut problemlos, schon komisch. Werde bei Gelegenheit doch nochmal beim Mittagstisch dort vorbeischauen und dann werde ich berichten 🙂

  4. Liebe Dear,

    du schreibst einfach herzallerliebst! Die Fotos sehen sehr schön aus, ich hab direkt mal Lust hier einzukehren <3 Weiter so 🙂
    Liebe Grüße von Alltagsfreuden.com

    1. Vielen lieben Dank! 🙂
      Und liebe Grüße,
      Dear

  5. […] ist es endlich soweit: ich koche Mango-Curry mit euch.Wie bereits im letzten Artikel über das thailändische Restaurant Banyan erwähnt, messe ich schon längst niemanden mehr mit meiner Oma – auch mich selbst nicht. […]

  6. […] und wusste auf Anhieb, was ich damit machen wollte. In meinem Beitrag über das Thai-Restaurant Banyan habe ich ja bereits von Klebreis vorgeschwärmt. Der schwarze Klebreis ist knackiger und, obwohl […]

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